Oktober 2011

Liebe LeserInnen!

 

bevor ich mit meinem kleinen Erlebnisbericht fortfahre, möchte ich erzählen, was sich im Landkloster Rittgarten ereignete.

Am 3. Oktober trafen sich einige Vereinsmitglieder im Kloster, um sich die neu erworbene Immobilie anzuschauen. Der Renovierungsstau blieb natürlich keinem verborgen. Ein Prioritätenplan über die anstehenden Arbeiten am Haus wurde besprochen.

Die nutzlose Antenne auf dem Dach, sowie die beiden Parabolspiegel am Haus wurden von mir und einem Vereinsmitglied als erstes beseitigt.

Als Nächstes war die Heizung dran. Um nicht das gesamte unisolierte Haus heizen zu müssen, ließen wir von der benachbarten Firma Schmidt& Schlacht aus Fürstenwerder das Frostschutzmittel Glycohl in die Anlage füllen, die ein Einfrieren unmöglich macht.

So bleiben die ungenutzten Zimmer unbeheizt. Nur in Küche, Bad und Flur, in dem sich auch Wasserrohre befinden, bleibt die Heizung auf Sternchen gestellt. Die Firma Schlacht& Schmidt führte auch gleich die Wartung der 14-Jahre alten spanischen Gasheizung durch, die noch funktionstüchtig ist.

Um zusätzlich einen Wasserschaden durch Frost zu vermeiden, ließen wir auch gleich den defekten Abstell- und Ablaufhahn im Keller erneuern, so dass das Wasser im Winter abgestellt werden kann. Kosten insgesamt etwa 800.-€.

Im Badezimmer reparierte ich das Fenster provisorisch, welches an der einen Ecke auseinanderbrechen wollte. Dieses Fenster mit einer einfachen Glasscheibe muss unbedingt erneuert werden. Geschätzte Kosten: 500,-€.

Nun die Fortsetzung des begonnenen Berichts im September- Freundesbrief.

Nach dem klar war, dass das Landkloster in Augustfelde keine Zukunft hatte, schauten wir uns in Berlin nach einem Ort um und wurden in Berlin- Spandau fündig, einem Stadtteil am westlichen Rand Berlins, mit vielen Hochhäusern und ausgebreiteten Nachkriegswohnsiedlungen.

Wir mieteten ein Wohnhaus mit einem kleinen Café günstig an und gestalteten unsere Klosteridee an diesem Ort nach den gegebenen Möglichkeiten.

 

Das Objekt lag gegenüber dem Friedhof “Zu den Kisseln”, also in einer ruhigen Randlage. Das Café finanzierte bald unseren Lebensunterhalt, bis wir auf Bio umstiegen. Da wurde es finanziell eng.

Leider mussten wir den Ort nach einem guten Jahr verlassen, weil der Besitzer verkaufte. Heute steht dort ein aufgestocktes Sanitärhaus. Von unserer Romantik ist nichts wieder zu erkennen.

So suchten wir erneut nach einem Haus auf dem Land und fanden ein geeignetes Objekt an der Ostseestraße bei Pasewalk in Vorpommern. Ein Dreiseitenhof mit gut erhaltenen Gebäuden für faire 30.000,-€. Leider fehlten uns am Ende 4000,-€ und so kaufte es uns jemand vor unserer Nase weg.

Die Zeit erlaubte kein längeres Suchen und so entschieden wir uns für die Anmietung eines großen Restaurants mit darüber liegender Wohnung von etwa 350 m2 im Herzen Berlins. Dass diese Ecke an der Akazienstraße gleichzeitig ein alt eingesessenes Esoterikzentrum von Berlin- Schöneberg ist, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

 

Auf drei Ebenen gestalteten wir nun unser Kloster mit Café- Laden im Erdgeschoss, der “Kapelle der Religionen” im Seitenflügel, einem Meditations- und Veranstaltungsraum im 1. Obergeschoss und unserer Wohnung als Klausur im 2. Obergeschoss.

Der Tag unserer Eröffnung am 4. Dezember 2007 war ein voller Erfolg. Wir glaubten am richtigen Fleck mit unserer interreligiösen Klosteridee angekommen zu sein, aber schon bald wurde es finanziell sehr eng. Das Café mit dem angeschlossenem kleinen Bioladen konnte die Kosten der beiden spirituellen Räume nicht mitfinanzieren. Freundeskreis und Verein engagierten sich nach ihren Möglichkeiten, aber letztlich blieb ein Schuldenberg, den ich bis heute privat abtrage.

 

Es gab so sehr schöne und tiefe Erlebnisse und Begegnungen in dieser Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte, und die mich sehr bereicherten auf meinem Übungsweg des Loslassens. Was versuchten wir nicht alles, um uns finanziell über Wasser zu halten. Die schöne “Kapelle der Religionen” wurde zeitweise zum Raucherraum umfunktioniert, in den Meditationsraum eine Schallschutzwand vom Vermieter eingezogen, der uns finanziell immer wieder sehr entgegen kam. Es nütze alles nichts. Bruder Frank verließ schon nach dem ersten Jahr das “sinkende Schiff” und ich zog es noch drei Jahre, zuletzt in sehr verkleinerter Form, durch. Ich hatte immer wieder die Hoffnung, es könnte noch werden. Wir kriegen das hin. Am Ende mit meinen finanziellen Möglichkeiten und körperlichen Kräften musste ich dann doch kapitulieren. Im Dezember 2010 wurde unsere kleine Wohngemeinschaft, dann schon in einer größeren Wohnung auf der anderen Straßenseite, aufgelöst und das Café geschlossen. Was wir an Inventar nicht mehr brauchten, wurde versteigert oder verschenkt.

In den ganzen Jahre versuchte ich auf dem Land ein geeignetes Grundstück für unser Kloster zu finden, aber leider reichten unsere Finanzen nie aus, wenn es konkret wurde. Vom Militärgrundstück bis hin zum Schloss war alles dabei.

Und so zog ich im Dezember desselben Jahres mit einem unsere Mitbewohner in eine Zweier-WG nach Berlin- Marzahn, dem ehemaligen Vorzeigebezirk Ostberlins und eröffnete mit Maria in Berlin- Friedrichshain, das nach der Wende mit Kreuzberg einen Stadtbezirk bildet, im April 2011 einen Bio-Laden. Und schließlich und ganz unerwartet kam es dann im Sommer zum Kauf des Grundstücks mit Haus in Rittgarten/Uckermark, dem neuen Ort für das Kloster Meister Eckhart.

Darüber berichtete ich ja schon ausführlich.

Zum Schluss möchte ich wieder allen Spendern herzlich danken für ihre Unterstützung. Das Geld fließt jetzt in die Sanierung des Klostergebäudes in Rittgarten.

Es gab auch wieder einige Anfragen des Mitlebens. Das braucht auf beiden Seiten noch etwas Zeit

Euer Bruder Johannes

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